Das Ziel
Ich wollte Docker auf Ubuntu 24.04 installieren und zum Laufen bringen. Das klingt erstmal einfach, war es für mich am Anfang aber nicht. Es gab einige Stolpersteine, die ich dir ersparen möchte.
Warum Docker?
Docker verpackt deine Apps in Container – inklusive allem, was sie zum Laufen brauchen. Das bedeutet: Kein “Dependency-Chaos” mehr. Wenn es einmal gebaut ist, läuft es überall gleich.
In meiner FISI-Ausbildung kam ich um das Thema Docker nicht herum. Anstatt nur theoretisch darüber zu lesen, habe ich mich entschieden, es einfach praktisch umzusetzen.
Was du brauchst
- Ein System mit Ubuntu 24.04 (andere Versionen funktionieren meist ähnlich)
- Root-Zugriff oder einen User mit
sudo-Rechten - Etwa 10-15 Minuten Zeit
- Eine aktive Internetverbindung
Schritt-für-Schritt Anleitung
Schritt 1: System aktualisieren
Bevor wir irgendetwas installieren, bringen wir das System auf den neuesten Stand. Das vermeidet Konflikte mit veralteten Paketen.
sudo apt update && sudo apt upgrade -y
Schritt 2: Alte Docker-Versionen entfernen
Ich hatte den Fehler gemacht, eine alte Docker-Version aus dem Standard-Ubuntu-Repository zu nutzen. Diese war veraltet und machte Probleme mit docker-compose. Deshalb: Erstmal alles Alte wegputzen.
sudo apt remove docker docker-engine docker.io containerd runc
Schritt 3: Das offizielle Docker Repository hinzufügen
Wir wollen die neueste Version direkt von Docker, nicht die veraltete von Ubuntu. Dafür müssen wir das Repository und den GPG-Key hinzufügen.
# Notwendige Tools installieren
sudo apt install ca-certificates curl gnupg lsb-release -y
# Docker GPG Key sicher hinzufügen
sudo mkdir -p /etc/apt/keyrings
curl -fsSL https://download.docker.com/linux/ubuntu/gpg | sudo gpg --dearmor -o /etc/apt/keyrings/docker.gpg
# Das Repository zur Quellenliste hinzufügen
echo \
"deb [arch=$(dpkg --print-architecture) signed-by=/etc/apt/keyrings/docker.gpg] https://download.docker.com/linux/ubuntu \
$(lsb_release -cs) stable" | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/docker.list > /dev/null
Schritt 4: Docker installieren
Jetzt, wo die Quelle bekannt ist, können wir Docker und die zugehörigen Plugins installieren.
sudo apt update
sudo apt install docker-ce docker-ce-cli containerd.io docker-buildx-plugin docker-compose-plugin -y
Schritt 5: Installation überprüfen
Lass uns checken, ob alles geklappt hat.
docker --version
Du solltest eine Ausgabe sehen, die in etwa so aussieht: Docker version 24.0.7, build afdd53b.
Schritt 6: Docker ohne sudo nutzen (Optional aber empfohlen)
Standardmäßig musst du vor jeden Docker-Befehl sudo schreiben. Das nervt auf Dauer gewaltig. Wir fügen daher unseren User zur docker-Gruppe hinzu.
sudo usermod -aG docker $USER
Wichtig: Damit das wirksam wird, musst du dich einmal aus- und wieder einloggen (oder newgrp docker eingeben).
Der Funktionstest
Jetzt kommt der Moment der Wahrheit. Wir starten den berühmten “Hello World” Container.
docker run hello-world
Wenn alles passt, siehst du:
Hello from Docker!
This message shows that your installation appears to be working correctly.
Fehler, die ich gemacht habe (und wie du sie vermeidest)
Fehler 1: Installation über Snap
Ich habe zuerst versucht, Docker über Snap zu installieren. Das führte zu seltsamen Berechtigungsproblemen und Container konnten teilweise nicht auf Dateien zugreifen. Lösung: Snap-Version deinstallieren und den offiziellen Weg (siehe oben) nutzen.
Fehler 2: Firewall blockiert Docker
Die UFW-Firewall hat bei mir die Docker-Ports blockiert, sodass Container keine Internetverbindung hatten. Lösung: Ich musste die Kommunikation erlauben:
sudo ufw allow from 172.17.0.0/16 to any
Fehler 3: Docker Daemon läuft nicht
Nach der Installation lief der Docker-Dienst nicht automatisch an. Lösung: Manuelles Starten und Aktivieren des Autostarts:
sudo systemctl start docker
sudo systemctl enable docker
Nächste Schritte
Jetzt wo Docker läuft, kannst du loslegen:
- Starte deinen ersten Webserver:
docker run -d -p 80:80 nginx - Lerne Docker Compose: Damit kannst du ganze Umgebungen (z.B. Webserver + Datenbank) in einer Datei definieren.
- Baue dein eigenes Image:
Schreibe ein
Dockerfileund lade dein eigenes Image auf Docker Hub hoch.
Tipp: Willst du Docker-Befehle erstmal ohne echten Server üben? In meinen Terminal Missionen gibt es einen Docker-Track direkt im Browser.
Fazit
Die Docker-Installation auf Ubuntu ist eigentlich straightforward, wenn man weiß, wie es geht und die Fallstricke (wie Snap) vermeidet. Die 15 Minuten Investition lohnen sich definitiv, denn Container sind aus der modernen IT nicht mehr wegzudenken.
Bei Fragen schreib mir gerne: schneider@alexle135.de