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Die 10 wichtigsten Linux-Befehle für Einsteiger

Diese Befehle nutze ich täglich - vom ersten Login bis zur Systemadministration

Die 10 wichtigsten Linux-Befehle für Einsteiger

Das Ziel

Du willst mit Linux arbeiten, aber die Kommandozeile macht dir Angst? Das ist verständlich, ging mir am Anfang genauso.

Hier zeige ich dir die 10 Befehle, die ich wirklich täglich nutze. Wir schauen uns nicht 50 theoretische Commands an, die du nie wieder brauchst, sondern konzentrieren uns auf die absoluten Basics für den Alltag.

Warum überhaupt Terminal?

Die kurze Antwort: Weil vieles schneller und effizienter geht als mit einer grafischen Oberfläche (GUI).

Ein Beispiel: In der GUI musst du Rechtsklick → Eigenschaften → Tab → Berechtigungen → Ändern → Übernehmen klicken. Im Terminal tippst du einfach: chmod 755 datei.sh. Das dauert 3 Sekunden.

Voraussetzungen

  • Ein Linux-System (Ubuntu, Debian, etc.)
  • Terminal-Zugriff
  • Keine Vorkenntnisse nötig

Die 10 wichtigsten Befehle

1. ls - Dateien auflisten

Was es macht: Es zeigt dir alle Dateien und Ordner im aktuellen Verzeichnis an.

ls

Ausgabe:

Desktop  Documents  Downloads  Pictures

Nützliche Optionen:

  • ls -l: Detaillierte Ansicht (zeigt Berechtigungen, Größe, Datum).
  • ls -la: Zeigt auch versteckte Dateien (die mit einem Punkt beginnen, wie .bashrc).
  • ls -lh: Zeigt die Dateigröße in einem lesbaren Format (MB, GB statt Bytes).

Mein Tipp: Erstelle dir einen Alias: alias ll='ls -lah'. Dann reicht ein einfaches ll.


2. cd - Verzeichnis wechseln

Was es macht: Damit navigierst du zwischen Ordnern.

cd /home/alex/Projekte

Nützliche Shortcuts:

  • cd ~: Bringt dich direkt in dein Home-Verzeichnis.
  • cd ..: Geht ein Verzeichnis höher.
  • cd -: Springt zum vorherigen Verzeichnis zurück (sehr praktisch!).

3. pwd - Aktuellen Pfad anzeigen

Was es macht: Es zeigt dir den absoluten Pfad an, in dem du dich gerade befindest.

pwd

Ausgabe:

/home/alex/Projekte/Docker

Wann nutze ich das? Wenn ich mich in der Ordnerstruktur verlaufen habe oder bevor ich wichtige Befehle wie rm ausführe, um sicherzugehen, dass ich im richtigen Ordner bin.


4. cat - Dateiinhalt anzeigen

Was es macht: Es gibt den Inhalt einer Textdatei direkt im Terminal aus.

cat /etc/os-release

Nützliche Varianten:

  • head datei.txt: Zeigt nur die ersten 10 Zeilen.
  • tail datei.txt: Zeigt nur die letzten 10 Zeilen.
  • tail -f /var/log/syslog: Verfolgt eine Log-Datei live mit (ideal zum Debuggen).

5. grep - Text durchsuchen

Was es macht: Es sucht nach einem bestimmten Text in Dateien.

grep "error" /var/log/syslog

Nützliche Optionen:

  • grep -i "error" datei.log: Ignoriert Groß-/Kleinschreibung.
  • grep -r "TODO" .: Durchsucht alle Dateien im aktuellen Ordner und Unterordnern rekursiv.

Beispiel: Du suchst alle Python-Dateien, die “import os” verwenden:

grep -r "import os" *.py

6. chmod - Berechtigungen ändern

Was es macht: Es ändert die Lese-, Schreib- und Ausführungsrechte von Dateien.

chmod 755 script.sh

Die Zahlen:

  • 7 = rwx (Lesen, Schreiben, Ausführen)
  • 5 = r-x (Lesen, Ausführen)
  • 4 = r— (nur Lesen)

Häufige Kombinationen:

  • chmod 644 textdatei.txt: Standard für Dateien (rw-r—r—).
  • chmod 755 script.sh: Macht ein Script ausführbar (rwxr-xr-x).
  • chmod 700 private-key.pem: Nur der Besitzer darf zugreifen (rwx------).

Wichtig: Nutze niemals chmod 777, da dies jedem erlaubt, alles mit der Datei zu tun – ein massives Sicherheitsrisiko!


7. sudo - Als Administrator ausführen

Was es macht: Führt den nachfolgenden Befehl mit Root-Rechten (Administrator) aus.

sudo apt update

Wichtig: Nutze sudo nur, wenn es wirklich nötig ist. Sei besonders vorsichtig bei Befehlen wie rm.


8. systemctl - Services verwalten

Was es macht: Damit startest, stoppst und überprüfst du System-Dienste wie Webserver oder Datenbanken.

systemctl status nginx

Häufige Befehle:

  • sudo systemctl start nginx: Startet den Dienst.
  • sudo systemctl restart nginx: Startet den Dienst neu.
  • sudo systemctl enable nginx: Aktiviert den Autostart beim Booten.

9. df & du - Speicherplatz prüfen

Was es macht: df zeigt den freien Speicherplatz auf deinen Festplatten an.

df -h

du zeigt an, wie viel Speicherplatz ein Ordner verbraucht.

du -sh /var/log

10. ps & top - Prozesse anzeigen

Was es macht: Zeigt dir, welche Programme gerade laufen.

  • ps aux: Listet alle laufenden Prozesse auf.
  • top: Zeigt eine interaktive Live-Ansicht der Prozesse und Ressourcenauslastung.
  • htop: Eine schönere, buntere Version von top (muss oft erst installiert werden).

Prozess beenden: Finde die Prozess-ID (PID) und nutze kill:

sudo kill 12345

Bonus: Praktische Kombinationen

Log-Datei live nach Fehlern durchsuchen:

tail -f /var/log/syslog | grep error

Die größten Ordner finden:

du -sh /* 2>/dev/null | sort -h | tail -10

Speicherplatz aufräumen:

sudo apt autoremove && sudo apt clean

Meine Terminal-Produktivitäts-Tipps

1. Aliases nutzen

Füge Abkürzungen in deine ~/.bashrc ein, um Tipparbeit zu sparen:

alias ll='ls -lah'
alias update='sudo apt update && sudo apt upgrade'

Danach source ~/.bashrc ausführen.

2. History durchsuchen

Mit Strg + R kannst du deine Befehlshistorie rückwärts durchsuchen. Tippe einfach “docker” und du findest den letzten Docker-Befehl.

3. Tab-Completion

Nutze die Tab-Taste! Tippe cd ~/Proj und drücke Tab – das Terminal vervollständigt den Rest automatisch.


Fazit

Diese 10 Befehle sind mein tägliches Brot. Wenn du diese beherrschst, kannst du dich sicher auf jedem Linux-System bewegen.

Mein Tipp: Lies das hier nicht nur durch. Öffne ein Terminal und probiere jeden Befehl aus. Nur durch das Machen lernst du es wirklich.

Kein Linux-System zur Hand? Probier meine Terminal Missionen – eine Browser-Simulation, in der du alle Befehle risikofrei üben kannst.

Bei Fragen schreib mir gerne: schneider@alexle135.de


Quellen:

  • Linux Foundation Training
  • Eigene Erfahrung (8 Monate tägliche Linux-Nutzung)
  • Ubuntu Dokumentation

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